Aufgaben der Grundschule

Die Aufgaben und Ziele der Grundschule

In die Grundschule treten Kinder mit unterschiedlichen individuellen Lernvoraussetzungen und Lernerfahrungen ein. Sie bringen, geprägt von der Familie und beeinflußt durch die Umwelt, unterschiedliche Einstellungen, Erwartungen und Hoffnungen in die Schule mit. Unabhängig von dieser individuellen Entwicklung sollen die Kinder am Ende der Grundschulzeit über vergleichbare Grundkenntnisse und Fertigkeiten verfügen.

Die Grundschule hat folgende Aufgaben:

  • Sie fördert die verschiedenen Begabungen der Kinder in einem gemeinsamen, vierjährigen Bildungsgang.
  • Sie weckt die sittliche, religiöse und freiheitlich-demokratische Gesinnung, auf der das Zusammenleben gründet.
  • Sie übt Verhaltensweisen und Umgangsformen ein, die für das Miteinanderleben – auch in der Schule – wichtig sind.
  • Sie befähigt die Kinder, aufeinander zu hören und voneinander zu lernen, und hält Jungen und Mädchen zu einem partnerschaftlichen Verhalten an.
  • Sie erzieht zu sozialer Bewährung und zum selbstverständlichen Umgang mit Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft sowie zum Zusammenleben mit Menschen mit Behinderungen.
  • Sie fördert das Bewusstsein für elementare, technische, wirtschaftliche und ökologische Zusammenhänge und erzieht zur Verantwortung gegenüber der Natur.
  • Sie setzt die im vorschulischen Alter begonnenen vielfältigen Lernprozesse fort.
  • Sie entfaltet verborgene und noch nicht entwickelte Fähigkeiten oder Eigenschaften durch fördernde und ermutigende Hilfen.
  • Sie führt die Kinder von den Formen spielerischen zu den systematisierten Formen schulischen Lernens und Arbeitens.
  • Sie fördert die Kräfte des eigenen Gestaltens und des schöpferischen Ausdrucks.
  • Sie strebt den Erwerb gesicherter Kenntnisse an und übt Fertigkeiten ein, die für die Lebensbewältigung wichtig und für die Schularbeit grundlegend sind.

Grundsätze der Unterrichtgestaltung
Erziehung und Unterricht in der Grundschule orientieren sich am emotionalen, psychomotorischen, intellektuellen und sozialen Entwicklungsstand der Kinder. Alle Erziehungs- und Bildungsprozesse knüpfen an den Erlebnis- und Erfahrungshorizont des Kindes an und erweitern ihn.
Anschaulichkeit, Lebensnähe und Handlungsbezug sowie kindgemäße Aufgabenstellungen und vielfältige Formen des Lernens, Übens und Wiederholens sind unverzichtbare Grundelemente eines entwicklungsgemäßen Unterrichts.
In der Grundschule ist fächerverbindendes Arbeiten durchgängiges Prinzip des Unterrichts. In den Jahrgangsplänen für die Klassenstufe 1/2, Anfangsunterricht, sowie für die Klassenstufen 3 und 4 sind den Fachlehrplänen fächerverbindende Themen vorangestellt. Sie haben Beispielcharakter.
Insbesondere im freien Arbeiten und im projektorientierten Lernen haben Kinder die Möglichkeit, fächerverbindend zu Themen aus den Lehrplänen oder aus ihrer Lebenswirklichkeit zu arbeiten. Der ganzheitliche, auf die Persönlichkeit des Kindes ausgerichtete Erziehungs- und Bildungsauftrag der Grundschule wird durch die fächerverbindenden Themen betont.
Zu dieser ganzheitlichen Erziehung gehört, dass Mädchen und Jungen ihre geschlechtliche Identität finden. Im Unterricht müssen sie sich bei aller Verschiedenheit als gleichberechtigt und gleichwertig wahrnehmen, indem ihre unterschiedlichen Lebenserfahrungen, Interessen und Bedürfnisse ernst genommen und sie zu kooperativem Umgang angehalten werden.

Quelle: Kultusministerium Baden-Württemberg