Klassenpflegschaft/Elternabend


Der Elternabend – die »Klassenpflegschaft«

Der Elternabend – im baden-württembergischen Schulgesetz zu „Klassenpflegschaft“ umgetauft – ist das Herzstück der Elternbeteiligung an der Schule. Auch alle Mitglieder der Elternbeiräte bis hinauf zum Landeselternbeirat haben irgendwann einmal ihre „zweite Schullaufbahn“ bei einem Elternabend im Klassenzimmer ihres Kindes begonnen – mit gemischten Erinnerungen auf einem oft viel zu kleinen Stühlchen hockend. Im nachfolgenden Text sind die wichtigsten Regeln für die Elternmitwirkung auf Klassenebene und die Wahl der Klassenelternvertreter und Klassenelternvertreterinnen zusammengefasst:

Die Eltern der Schüler/innen einer Klasse treffen sich auf Einladung des Klassenelternvertreters des letzten Schuljahres spätestens sechs Wochen nach Unterrichtsbeginn zu einer ersten Versammlung. Der Termin sollte vorher mit dem/der Klassenlehrer/in abgesprochen werden. Hier werden der/die „Klassenelternvertreter/in“ und sein/ihre Stellvertreter/in gewählt.
Wahl und Wählbarkeit sind in Teil 3 der Elternbeiratsverordnung geregelt. In aller Regel sind nur Eltern, die das Sorgerecht haben, beim Elternabend wahlberechtigt. Dies ist wichtig zu wissen, wenn die Eltern geschieden sind. Gewählt wird in offener Abstimmung durch Handzeichen. Wenn auch nur ein Elternteil dies beantragt, muss die Wahl geheim erfolgen (vgl. jedoch Elternbeiratsverordnung § 20). Jede(r) der anwesenden Mütter und Väter hat je eine Stimme – gleichgültig, wie viel Kinder die Klasse besuchen. Nicht anwesende Eltern können ihr Stimmrecht nicht übertragen. Gewählt ist, wer die meisten Stimmen erreicht, es genügt also die einfache Mehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los; allerdings kann der Elternbeirat dies durch Wahlordnung anders regeln.

Niemand kann Elternvertreter/in in mehr als einer Klasse derselben Schule sein. Klassenelternvertreter/innen und ihre Stellvertreter/innen sind jeweils für ein Schuljahr gewählt, falls nicht durch Wahlordnung die Amtszeit um ein oder zwei Schuljahre verlängert wird. Wiederwahl ist möglich.

Die Klassenpflegschaft (Elternabend) muss mindestens einmal im Schulhalbjahr von ihrem/ihrer Vorsitzenden – das ist der/die Klassenelternvertreter/in – einberufen werden. Die Klassenpflegschaft muss auf Antrag eines Viertels der Eltern, auf Antrag des Klassenlehrers, des/der Schulleiters/Schulleiterin oder des/der Elternbeiratsvorsitzenden der Schule zu einer außerplanmäßigen Sitzung einberufen werden.

An der Klassenpflegschaft können bei geeigneten Tagesordnungspunkten auch die Schülervertreter/innen der Klasse teilnehmen. Die Entscheidung darüber trifft der/die Vorsitzende der Klassenpflegschaft, der/die sich in dieser Frage mit dem/der Klassenlehrer/in abstimmen muss.

Die Klassenpflegschaft soll im Interesse des einzelnen Kindes in der Regel nicht Probleme einzelner Schüler beraten – für die individuelle Beratung ist das persönliche Gespräch zwischen den Eltern und dem/der Lehrer/in die richtige Ebene.

 

Der Elternabend – Themen

Beim Elternabend sollten nur solche Themen besprochen werden, die wirklich alle Eltern interessieren, so zum Beispiel:

  • Entwicklungs- und Leistungsstandard der Klasse, Fragen der Disziplin, Verfahren und Maßstäbe der Leistungsbeurteilung (Notenbildung), Klassenarbeiten
  • Stundenplan, Nachmittagsunterricht, Arbeitsgemeinschaften, Kurse
  • Hausaufgaben, Prüfungs- und Versetzungsregelungen, Lernmittel (z. B. Schulbücher,) und deren Kosten
  • Schullandheimaufenthalte, Ausflüge, Wanderungen, Betriebsbesichtigungen
  • Familien- und Geschlechtserziehung in der Schule
  • Beschlüsse der Klassenkonferenz, der Schulkonferenz, des Elternbeirats und des Schülerrats
  • Wie ist das Übergangsverfahren von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen geregelt?
  • Was geschieht, wenn mein Kind besonders begabt ist?
  • Wo bekomme ich Hilfe, wenn mein Kind das Klassenziel nicht erreicht hat?